Welttag der kulturellen Vielfalt

„Künstlerischer Ausdruck ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – ein entscheidendes Element unserer Menschlichkeit und ein grundlegendes Menschenrecht, das alle befähigt, ihre Humanität zu entwickeln und auszudrücken.“ (Farida Shaheed, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für kulturelle Rechte) 

Kulturelle Vielfalt fördert eine nachhaltige Entwicklung und einen interkulturellen Dialog. Weltweit werden am 21.05. jedes Jahr zahlreiche Ausstellungen, Workshops und Lesungen veranstaltet, um ein öffentliches Bewusstsein für den Wert von kultureller Vielfalt zu schaffen.

Was bedeutet kulturelle Vielfalt für jede*n Einzelne*n von uns? Ob wir in Museen Ausstellungen unterschiedlichster Thematiken anschauen, an Workshops in Universitäten teilnehmen oder selbst zu Künstlerinnen werden, Kultur als wesentlicher Aspekt bereichert unser Leben auf vielfältige Art und Weise. Deutschland zählt dabei weltweit zu den Ländern mit der höchsten Theater- und Orchesterdichte. Es existieren mehr als 6300 Museen (Stand 2017) und sie werden jährlich von mehr als 110 Millionen Menschen besucht.

Weltweit ist die künstlerische Freiheit gefährdet. Kulturschaffende sind dabei mit Zensur, Inhaftierungen, Drohungen, Körperverletzung und sogar Ermordungen konfrontiert. Deshalb fordern wir, als Grüne Hochschulgruppe Chemnitz, dass künstlerische Freiheit allen Kulturschaffenden auf dieser Welt zugänglich gemacht werden muss. Dazu zählen: das Recht auf künstlerisches Schaffen ohne Zensur und Einschüchterung, das Recht auf Unterstützung, Verbreitung und Vergütung von künstlerischer Arbeit, das Recht auf Freizügigkeit, das Recht auf Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Schutz sozialer und wirtschaftlicher Rechte und vor allem das Recht auf Beteiligung am kulturellen Leben.

Frankreich hat im Juli 2016 als erstes Land der Erde künstlerisches Schaffen als öffentliches Gut rechtlich verankert. Genauer heißt es, dass „künstlerische Ausdrucksformen frei sind“. Damit soll kulturelle Vielfalt gewährleistet und Künstlern rechtliche Zusicherungen gemacht werden.

Nach der weltweiten Perspektive wollen wir an der Technischen Universität Chemnitz schauen, was kulturelle Vielfalt bedeuten kann. Neben zahlreichen studentischen Initiativen wie der Kulturcampus und Friends, wo interkultureller Austausch gelebt wird, gibt es die Theatergruppe Turmbau 62. Eine freie und offene Gruppe, die sich jederzeit über Unterstützung freuen würde. Johannes Moosbühler, ein Mitglied der Theatergruppe, hat uns das neue Projekt MicroArts vorgestellt. Dabei werden Künstler*innen gesucht, die Lust haben, eine kreative Performance in einem kleinen Raum mehrmals und abends aufzuführen. Geplant ist, dass in mindestens vier Räumen verschiedene Künstler*innen auftreten und so ein Theaterabend gestaltet werden soll. Zusätzlich ergibt sich die Möglichkeit für Interessierte kreative Auftritte (einmalig, regelmäßig, spontan) auf den Youtube Channel „MicroArts“ hochzuladen. Ab November 2020 werden für „MicroArts“ Künstler*innen gesucht, welche ihr Talent gegebenenfalls physisch aufführen möchten.

Künstlerische Freiheit ist so vielfältig und doch ein Punkt ist entscheidend, es muss als Menschenrecht weltweit anerkannt und umgesetzt werden.

 

Trailer zum Projekt „MicroArts“:

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